Dokumentation

Die Dokumentation ist die zweite Haut der Einrichtung.
(Aus Reggio)

Die Dokumentation als ein wichtiges Prinzip in der Reggio-Pädagogik. Sie kann viele Formen annehmen bpsw. als Portfolio oder “sprechende Wände”, aber in erster Linie macht sie Forschungen, Erkundungen, Lernwege und die kindliche Weltwahrnehmung sichtbar und will diese wertschätzen.

Umfangreiche Dokumentationen sind ein Versuch, das Tun, Denken und die Konstruktion von Wissen zu sehen und zu verstehen. Die verstehende Haltung unterstützt uns, unser Zusehen und Zuhören zu schulen und beides mit Achtsamkeit auszuführen. Sorgfältiges Beobachten und aufmerksames Zuhören sind die größte Kunst in der Pädagogik! Sie generieren Fragen und vorläufige „Antworten“. Wie lernt ein Kind? Wie untersuchen, organisieren und verstehen Kinder ihre Welt?

Die Dokumentation dient der Beziehungsarbeit und der Erinnerung an Lernprozesse und lädt ein, die verschiedenen Theorien und Ideen miteinander zu vernetzen. Interpretation und Reflexion sind grundlegende Aspekte der Dokumentation – sie helfen uns dabei, zu entscheiden, welche Unterstützung Kinder als nächstes brauchen.

Dokumentation ist …

… ein Werkzeug für die pädagogische Forschung

… eine Denkweise

… eine geistige Haltung

… eine Kultur

… eine sichtbare Spur

… eine Form der Kommunikation

… ein wesentlicher Bestandteil zur Förderung des Lernens und zur Veränderung der Lehr-Lern-Beziehung

(Carlina Rinaldi, S. 78, Lernen sichtbar machen: Kinder als Einzel-und Gruppenlerner )

… ein Teil der Suche Bedeutungen zu finden und zu konstruieren

… eine Aussage über Lernwege und Prozesse und Unterstützung der Entwicklung von Theorien und Wissen, weil sie sichtbar sind

(Carla Rinaldi, S. 83, Lernen sichtbar machen: Kinder als Einzel- und Gruppenlerner)

Ausgangsbasis für die Dokumentation ist das Bild des Kindes: ein Kind voller Fragen, in der Rolle des Regisseurs und Konstrukteurs seiner eigenen Lernprozesse, Erfahrungen und seines Wissens.

Der stete Prozess der Dokumentation involviert Kinder, Eltern und PädagogenInnen: Durch sie werden Kinderkrippen und Kindergärten als Forschungsorte wahrnehmbar, Kinder und ihr Facettenreichtum an Gedanken und Kreationen wertgeschätzt und Räume identitätsstiftend. Ob individuelle Portfolios oder „sprechende Wände“ – Kinder werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt: „Ich bin es wert“, „Ich bin ein besonderer Mensch“ und werde wahrgenommen als der, der ich bin, wie ich bin und was ich kann.

Alles was Kinder umgibt, soll identitätsstiftend sein und Erinnerungen wecken. Bildung braucht diese Erinnerungen zum Nachdenken und Weiterdenken.