Pädagogik

„Wenn wir es uns genau ansehen, sind alle Fähigkeiten, die das Überleben von Kindern und Menschen begründen, die Fähigkeit, Beziehungen und Austausch herzustellen. Also muss sich die Pädagogik entscheiden: entweder sie stellt in den Mittelpunkt ihrer Aufgabe die Beziehung oder sie bleibt bei der alleinigen Betrachtung der Sache an sich.“
(Loris Malaguzzi)

Die Reggio-Pädagogik ist eine aus der Praxis kommende, erfahrungsoffene und experimentelle Pädagogik, welche versucht, neue Erkenntnisse aus der  Lern-, Entwicklungs- und Sozialisationstheorie sowie Erziehungs- und Bildungswissenschaft laufend zu integrieren.
Deswegen sind die PädagogInnen aus Reggio Emilia bestrebt, über ihr weltweites Netzwerk an BildungsexpertInnen und den Austausch mit diesen, immer wieder neueste Entwicklungen nach kritischen Analysen und pädagogischen Diskussionen aufzunehmen und umzusetzen.
Sie orientiert sich u.a. an Theorien von Gardner, Dewey, Piaget, Vygotski, Bruner, Freinet und Watzlawick.
folgt einem humanistischen Menschenbild sowie einer basis-demokratischen Gesellschaftsvorstellung.
Die kollektive Gemeinschaft ist Antrieb dieser Pädagogik des Werdens und der Bewegung und integriert ganz selbstverständlich Partizipation und Solidarität als wichtigste Werte. Die Gleichberechtigung von Mädchen und Buben, von behinderten und nichtbehinderten Kindern und die Einbeziehung von männlichen Fachkräften ist eine Selbstverständlichkeit.
Gelebte Partizipation als Grundelement in der Reggio-Pädagogik bedeutet auch die Abflachung von Hierarchien und das Recht aller Beteiligten pädagogische Prozesse mitzugestalten und regelmäßig aktiv zu konstruieren.

Das kompetente Kind und sein Recht auf Begleitung, Unterstützung und Bildung stehen dabei im Mittelpunkt, unabhängig von seinen körperlichen, sozialen und gesellschaftlichen Voraussetzungen. In der Reggio-Pädagogik ist es zentral, die Bildungspotenziale von Kindern zu aktivieren, zu stärken und nachhaltig zu sichern. Dies geschieht durch folgende charakteristische Elemente der Reggio-Pädagogik:
Projektarbeit, kreatives Gestalten, gemeinsames Entdecken und Reflektieren, Beobachten und Dokumentation, Raumgestaltung, Transparenz, Orientierung an Begabungen und Fähigkeiten, Gender, Partizipation und Beteiligung, Individualisierung und Differenzierung.